Freitag, 30. Dezember 2011

Keep on moving - Reiseplanung für das Jahr 2012

Seit vielen Jahren freuen wir uns darauf, nach Erreichen des Ruhestands nicht zu rasten, sondern in den Grenzen unserer Möglichkeiten ohne jene zeitlichen Restriktionen zu reisen, die uns das Berufsleben bisher diktiert hat. Nun ist es soweit. Die Planung für das Jahr 2012, unser erstes vollständiges Ruhestandsjahr, ist inzwischen konkretisiert. Unsere Planung umfasst eine bunte Mischung von neuen mit bekannten Zielen, die Spielraum lässt für Abenteuer, ohne einige unsere bewährten Lieblingsorte zu vernachlässigen.

Als Ruheständler reisen wir nicht mit Erholungsmotivationen. Erholung haben wir nahezu täglich zu Hause. Es geht viel mehr um neue und den Alltag durchbrechende Erlebnisse und Erfahrungen. Für uns handelt es sich dabei um bedeutende Aspekte der Gestaltung von Lebensqualität. Dabei ist uns natürlich bewusst, dass Reisen ohne ausreichende Fitness bis zur Strapaze anstrengend sein können. Um Reiseerlebnisse in den von uns geplanten Dimensionen genießen zu können, bedarf es einer guten Fitness, von der wir auch jenseits aller Reisen vielfältig profitieren. Unser erweitertes Fitness-Programm ist angelaufen und wird uns über das Winterhalbjahr begleiten.

Unsere Haltung zu diesen Themen ist selbstverständlich höchst individuell, weshalb dieser Post als Information, bestenfalls auch als Anregung zu lesen ist, aber keine Vorgabe sein kann.

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Berliner Streifzüge über Friedhöfe im Dezember 2011

Grab der am 1.12.2011 verstorbenen Schriftstellerin Christa Wolf
Theodor Fontanes Grab auf dem Friedhof II der französisch reformierten Gemeinde

















Friedhöfe sind ein sehr spezielles und hoch interessantes kulturelles Biotop, das viele und oft versteckte Botschaften bereithält und darum ein weites Feld für Entdeckung bietet. Im Ostteil Berlins kennen wir den Dorotheenstädtischen Friedhof bereits seit den frühen 80er Jahren als eine Ruhestätte vieler Geistesgrößen unserer Kultur. Unmittelbar hinter dem Friedhof teilte damals die Mauer nicht nur die Stadt, sondern auch das soziale Leben und Sterben ihrer Menschen. Die beklemmende Atmosphäre verspüren wir noch immer.
Heute wollen wir jedoch zunächst das Grab Theodor Fontanes aufsuchen, dem wir viele wertvolle Anregungen und Einsichten über die Mark Brandenburg verdanken, und auf dessen Spuren wir 10 Tage in Brandenburg unterwegs waren.



Mittwoch, 28. Dezember 2011

Berliner Streifzüge durch Gedenkstätten von Irrtümern und Terror im Dezember 2011

Brandenburger Tor am Pariser Platz
Den Rückweg von der Insel Rügen unterbrechen wir für 3 Tage in Berlin. Auf der Fahrt nach Berlin besagt eine Nachricht im Rundfunk, dass die Besucherzahlen in den 200 Museen Berlins weiter ansteigen und im abgelaufenen Jahr mehr 12 Millionen Besucher zu verzeichnen sind, wobei die Museen der Museumsinsel mit weitem Abstand führen. In diesen Zahlen verstecken sich auch unsere Besuche vom Sommer und zuletzt noch im Herbst mit Angie und Richard.
Bei unserem aktuellen Aufenthalt wollen wir bewusst Einrichtungen jenseits der Museeumsinsel kennenlernen und erkunden. Aufgrund interessanter Artikel in der FAZ sind die 'Neue Nationalgalerie' sowie der 'Tränenpalast' als Programmpunkte gesetzt. Fontanes Grab wollen wir nach unseren Wanderungen durch die Mark Brandenburg ebenfalls besuchen. Weitere Programmpunkte halten wir uns offen.







Dienstag, 27. Dezember 2011

Streifzug durch die historische Altstadt der Hansestadt Rostock im Dezember 2011

Rathaus von Rostock
Bei unseren diversen Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern haben wir bereits oft die alte Hansestadt Rostock passiert, ohne bisher in die Innenstadt zu fahren. Auf dem Weg von Rügen nach Berlin haben wir genug Zeit, um das Versäumte heute nachzuholen.
Während unseres dreistündigen Aufenthaltes wird uns schnell klar, dass es in der Tat ein Versäumnis war, Rostock bisher keine Beachtung geschenkt zu haben. Das reiche kulturelle Erbe dieser Stadt lässt sich in wenigen Stunden nicht erfassen. Heute nehmen wir nur erste Eindrücke mit, die wir bei nächster Gelegenheit vertiefen wollen.








Samstag, 24. Dezember 2011

Kulturdenkmäler in Bergen und Umgebung (Insel Rügen)

Altstadt von Bergen, Rügen, mit Kirche St. Marien
Heute ist kein Wanderwetter, es regnet fast über den ganzen Tag recht kräftig. Unser Plan B sieht Besichtigungen in Bergen und Umgebung vor, zu denen wir mit dem Auto anreisen können.
Rügens Hauptort Bergen kennen wir nur von der Durchreise mit dem Auto. Immerhin steht in Bergen die älteste Kirche Rügens, was schon alleine einen Besuch rechtfertigt. Einige Kilometer nordwestlich von Bergen liegen in der Nähe der Ortschaft Patzig auf überschaubarem Raum eine Gruppe von Hügelgräbern. Diese wollen wir uns zuerst anschauen, ehe wir nach Bergen fahren.








Donnerstag, 22. Dezember 2011

Streifzüge durch Potsdams historische Stadtviertel

Wiederaufbau des Stadtschlosses am 'Alten Markt' mit Fortunaportal
Potsdam entwickelt sich seit der Wende zu einer der attraktivsten Städte Deutschlands, wenn nicht gar Europas. Potsdam besinnt sich nämlich auf sein reiches kulturelles Erbe, das zur Zeit der DDR im günstigen Fall nur unter Vernachlässigung litt, oft aber auch seelenlosen Neubauten oder, schlimmer noch, Grenzanlagen und militärischen Einrichtungen weichen musste. Bereits 1990 wurde die Kulturlandschaft Potsdams zum UNESCO-Welterbe erklärt. Mit diesem Signal startete ein Aufbruch, der nicht nur Verfall und Vernichtung stoppte,  sondern diesen Prozeß umkehrte.
Link zum Masterplan Preußischer Schlösser und Gärten
Den großen Anstrengungen der Sanierung, Restaurierung und Rekonstruktion sind inzwischen äußerst sehenswerte Erfolge zu verdanken. Nicht unerhebliche Anteile stammen aus privaten Mitteln und Initiativen. Der außerordentlich hohe Wohnwert Potsdams ist offensichtlich auch für etliche wohlhabende Menschen so attraktiv, dass sie ihren Wohnsitz nach Potsdam verlegt haben und mit eigenen Anstrengungen zur Beschleunigung der Entwicklung beitragen.
Mit Angie und Richard waren wir noch im Herbst diesen Jahres in Potsdam. Der Post unseres Besuchs geht vor allem auf Schloß und Park Sanssouci sowie auf die Frühgeschichte Potsdams ein, weshalb wir bezüglich dieser Themen auf den Post vom 23.10.2011 verweisen. Link zum Post über den Potsdam-Besuch vom 23.10.2011
Über interessante kulturelle Objekte in der Peripherie Potsdams und in der Umgebung der Altstadt berichtet dieser Blog mit den Posts vom 20.12.2011 und 21.12.2011. Heute konzentrieren wir uns auf bisher von uns vernachlässigte Objekte im historischen Stadtkern.


Mittwoch, 21. Dezember 2011

Wo die Reichen und die Schönen in Potsdam wohnen - Neuer Garten und Berliner Vorstadt

Schloss Cecilienhof im Neuen Garten, Potsdam
Bevor das Parkgelände des 'Neuen Gartens' entstand, lagen in dieser Landschaft Obst- und Weingärten. Friedrich Wilhelm II. kaufte ab 1787 das Gelände nach und nach auf, weil er für seine neue Sommerresidenz am 'Heiligen See' eine private Umgebung beanspruchte. Als König verfügte Friedrich Wilhelm II. über die Macht und das Geld, um das Gelände als 'sentimentalen Landschaftsgarten' im Stil englischer Gärten gestalten zu lassen und die Grenzen zwischen seiner Welt und der umgebenden Welt mit einer hohen Mauer symbolisch und physisch zu deklarieren.
Die Mauern sind schon lange gefallen und bilden darum kein Hindernis für unseren Streifzug durch das Parkgelände des 'Neuen Gartens' am 'Heiligen See' und am 'Jungfernsee'. Nach Nordwesten grenzt der 'Neue Garten' an das vornehme Viertel der 'Nauener Vorstadt' mit dem 'Pfingstberg' und dem 'Kapellenberg'. Dort haben wir uns gestern umgeschaut. Link zum Post vom 20.12.2011 Heute ergänzen wir unseren Rundgang durch den 'Neuen Garten' mit Eindrücken von der südlich angrenzenden eklusiven 'Berliner Vorstadt'.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Streifzüge durch Geschichte und Geschichten in Potsdams Peripherie

Belvedere am Pfingstberg, Potsdam
Als Tagesprogramm wollten wir ursprünglich einen Abschnitt des Fontanewegs F3 von Groß Glienicke bis Marquardt gehen und den Startort Groß Glienicke mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab Marquardt über Potsdam erreichen. Bei der praktischen Umsetzung dieses Plans scheitern wir an dem dünnen Netz öffentlicher Verkehrsmittel und fehlenden oder für uns intransparenten Informationen über Verbindungen. Selbst Einheimische, mit denen wir an der Bahnstation in Marquardt ins Gespräch kommen, rätseln über Fragen dieser Infrastruktur. Wir bleiben hilflos und fahren in Anbetracht dieser Umstände mit dem Auto in Richtung Potsdam, um durch die Peripherie der Stadt zu streifen. Heute erkennen wir, dass es ein Versäumnis war, bisher die Peripherie nicht beachtet zu haben. Wir treffen nämlich auf äußerst interessante, attraktive und auch kuriose Objekte oder Ensemble und stellen bald fest, dass wir bei nächster Gelegenheit diese Tour ausbauen und vertiefen sollten.



Montag, 19. Dezember 2011

Fontane, Einstein, Nazis, Stasi, Betrug, Suizid, Mord oder Unfall - das pralle Leben und der Pate vom Schwielowsee, Rama dama

Fontane-Denkmal am Resort Schwielowseee
'Der Schwielow ist gutmütig, so sagten wir; aber wie alle gutmütigen Naturen kann er heftig werden, plötzlich, beinahe unmotiviert, und dann ist er unberechenbar.' 
(Theodor Fontane, 'Wanderungen durch die Mark Brandenburg')

Kähne 

Du dämlicher Hund liegst blutend im Wald.
Ein preußischer Adliger machte dich kalt.
Zitternd stand dein Junge dabei –
Mensch, du warst Nummer 103!
Wälz dich im Dreck – aber mach keine Szene.
Auf dich schoß nicht schlecht
waidgerecht
Kähne.
(1. Strophe des Gedichts von 'Theobald Tiger', 1922)


Der Bericht unserer Wanderung um den Schwielowsee vom 19.12.2011 deutet an, dass wir im Kontext der Wanderung auf wüste Plots stoßen. Wir steigen hinab in den Sumpf aus menschlicher Gier, Eitelkeiten, Makel, Peinlichkeiten und Obsessionen, um die angekündigte Aufklärung hier nachzuliefern. Link zum Post der Wanderung um den Schwielowsee

Sonntag, 18. Dezember 2011

'Connecting the dots' auf Fontanes Spuren in Marquardt und Uetz an der Wublitz

'Schloss' Marquardt
Theodor Fontane liebte die Havellandschaft, die er mehrfach durchwandert ist. In der Jetztzeit war Wandern über Jahrzehnte 'mega-out', zählt aber seit einigen Jahren zu den Trendsportarten und provoziert beim Ausbau touristischer Infrastrukturen zahlreiche neue Fernwanderwege. Daher wundern wir uns nicht, sondern stellen erfreut fest, dass insgesamt sechs Fontanewege (F1 bis F6) durch die Mark Brandenburg leiten. Prinzipiell folgt die Wegführung den literarischen Beschreibungen. Authentisch ist sie jedoch nicht und kann sie auch nicht sein. Zu viel hat sich seit Fontanes Zeit verändert.
In der Nähe unseres Feriendomizils führt der Fontaneweg F3 von Groß Glienicke nach Marquardt an der Wublitz bzw. dem Schlanitzsee. Fontane beschreibt in den 'Wanderungen durch die Mark Brandenburg' auch den vor unserer Tür liegenden Anschluß von Marquardt über Uetz nach Paretz. Dieser Abschnitt zählt jedoch nicht mehr zu den neuen Fontanewegen. Wir wollen uns selbst ein Bild machen. In der sumpfigen Landschaft treffen wir in einem eher bescheidenen Dorf auf Spuren historischer Gülle, die aus den Residenzen preußischer Machteliten angeschwemmt wurde. 

Samstag, 17. Dezember 2011

Fotomotive von Erbsünden im Havelland

Motiv in der Altstadt von Nauen, 14.12.2011
Dieser Post dokumentiert einige rein zufällig angetroffene Beispiele eines Ausschnitts unserer Geschichte, der nicht stolz vorzeigbar ist und uns als Deutsche eher trennt als vereint. Detaillierte Hintergrundinformationen sind i.d.R. nicht öffentlich verfügbar. Wir führen keine aufwändigeren Recherchen durch, weil wir über die Dokumentation hinaus kein speziisches Interesse verfolgen und unsere Zeit lieber für Themen einsetzen, von denen wir uns mehr versprechen.
Mit der Wiedervereinigung werden für uns endlich wieder überragende Monumente unseres kulturellen Erbes zugänglich. Zum Zeitpunkt der Wende ist der Zustand vieler historisch wertvoller Monumente beklagenswert. Die Sanierung oder Restaurierung ist nicht nur kostenintensiv, sondert erfordert auch hohen Arbeits- und Zeitaufwand und benötigt darum viele Jahre, eher noch Jahrzehnte. Nach mehr als 20 Jahren Wiedervereinigung danken großartige Erfolge die intensiven Bemühungen.
Im Schatten dieser Erfolge liegen noch immer viele verlassene bzw. aufgegebene Gebäude und ehemalige Produktionsanlagen, von denen etliche inzwischen nur noch als Ruinen bezeichnet werden können. An der Veränderung dieser Situation scheint wenig Interesse zu bestehen oder es fehlen schlicht Möglichkeiten und Mittel der Veränderung. Die Fassade des abgebildeten Wohngebäudes zeigt deutlich Einschusslöcher aus der Endzeit des 2. Weltkrieges. Die sichtbaren Indizien verweisen nicht auf ein Kriegs-Mahnmal. Verwundert beobachten wir, dass das Gebäude aktuell bewohnt ist. Bemerkenswert ist für uns, dass die hier parkenden properen Autos hart mit dem Umfeld kontrastieren. Interpretieren möchten wir diese Beobachtungen nicht. 

Freitag, 16. Dezember 2011

Kirchen und Klöster im Havelland

Motiv an St. Jacobi, Nauen
Dieser Post dokumentiert einige gezielt oder auch zufällig angetroffene herausragende Kulturdenkmäler unserer Geschichte, die den Wandel der Zeit als Kirchengebäude in der Mark Brandenburg überdauert haben. Den Post verstehen wir nicht als abgeschlossen, weil wir ihn ergänzen wollen, wenn wir auf für uns neue, dokumentierungswürdige Objekte treffen.
Die 'Mark' war über Jahrhunderte ein Grenzland, in dem Slawen, Sachsen, Polen und Franken kriegerische Auseinandersetzungen führten. An dieser Schnittstelle mehrerer Kulturen treffen wir auf reiche historische Schätze, die sonst kaum noch so gut konserviert sind wie in ihren Kirchengebäuden. Die ältesten Kirchen der Mark Brandenburg gehen auf die Unterwerfung slawischer Stämme zurück. Mit der Eroberung der slawischen Brandenburg durch Heinrich I. beginnt 928/9 ein Kapitel über Kriege um dieses Gebiet, das mit wechselseitigen Erfolgen umkämpft ist und erst nach 200 Jahren beendet wird. Religion hat in diesen Konflikten die Funktion eines politischen Integrationsinstrumentes. Im Kern geht es um territoriale Machtansprüche.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Schlösser im Havelland

Dieser Post dokumentiert gezielt oder auch zufällig angetroffene Baudenkmäler welt-politischer Herrschaftssitze unserer Geschichte im Havelland. Der Post hat keinen abgeschlossenen Status, weil wir ihn ergänzen wollen, wenn wir auf neue dokumentierungswürdige Objekte treffen. Wir eröffnen diese Reihe mit einem Schlossgebäude, auf das wir zum Zeitpunkt des Starts dieser Reihe als Urlauber in Paretz täglich blicken.
 Schloss Paretz
Schloss 'Still-im-Land'
Wilhelm II. von Preußen und seine Frau Luise ließen das Schloß in der Ortschaft Paretz von Baumeister David Gilly ab 1797 in einem betont schlichten Stil als Sommerwohnsitz errichten. Das Schloß sollte eine ihm angemessene Umgebung erhalten, weshalb Wilhelm II. gleich das ganze Dorf Paretz zu einem Musterdorf umgestalten ließ.

In Paretz hält sich das Königspaar nur bis 1806 auf und erlebte dort eine glückliche Zeit. Nach der Niederlage gegen Napoléons Truppen flüchten Wilhelm II. und Luise nach Ostpreußen und kehren noch einmal für einen Tag im Jahr 1810 zurück. Luise stirbt wenig später im Alter von 34 Jahren an Lungenkrebs. Nach den napoleonischen Kriegen hält sich Wilhelm II. von 1815-1839 regelmäßig in Paretz auf. Wilhelms II. stirbt 1840. Die Bedeutung von Paretz nimmt ab, aber Theodor Fontane hält mit seinen Berichten über 'Wanderungen in der Mark Brandenburg' die Erinnerung lebendig. Bis in das 20. Jahrhundert wird Paretz häufig besucht.

Bei Kriegsende plündert und besetzt die Rote Armee 1945 das Schloß und bringt dort Kriegsgefangene unter. In den nächsten Jahrzehnten dient das Schloß wechselnden Zweckbestimmungen und verliert zunehmend seine ursprüngliche Gestalt. Ein Erhalt des preußischen Kulturerbes findet zunächst keine und später nur wenig politische Förderung. Nach der politischen Wende konstituiert sich 1990 der private 'Verein historisches Paretz e.V.'. In Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg und der 'Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin' beginnt ab 1990 die Rekonstruktion. Seit 2001 sind Teile des Schlosses als Mueum öffentlich zugänglich.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Murales und Kurioses im Havelland

Motiv in Ribbeck
Dieser Post dokumentiert ausschließlich mehr oder wenig kuriose Objekte, denen wir bei unseren Reisen im Havelland zufällig begegnen. Auffällig ist für uns, dass wer neben allgegenwärtigen Graffiti-Bildern häufig Wandmalereien antreffen, die im Stil von 'Murales' gestaltet sind. Inhalte und Motive verstehen wir jedoch nicht politisch, sozialkritisch oder historisch, sondern eher als Karrikatur oder Groteske. Ob oder wie weit Bezüge zu 'Murales' beabsichtigt oder zufällig sind, wissen wir nicht.









Dienstag, 13. Dezember 2011

Stadt Brandenburg an der Havel - historisches und kulturelles Zentrum der Region

Der historische Kern der Stadt Brandenburg an der Havel besteht aus drei Stadtteilen:
  • Ältester Teil der Stadt Brandenburg ist die vom Dom dominierte Dominsel, auf der ehemals die Brandenburg der Heveller lag.
  • Mitte des 12. Jahrhunderts entsteht auf der nordwestlichen Seite der Havel bei der St.-Gotthardt-Kirche eine Ansiedlung, aus der sich bald die Altstadt entwickelt, die im Jahr 1170 erstmals urkundlich erwähnt ist.
  • Im gleichen Jahrhundert wird südlich der Altstadt die im Jahr 1196 erstmals urkundlich erwähnte Neustadt um die Katharinenkirche planmäßig angelegt.
Altstadt und Neustadt liegen sich über Jahrhunderte als eigenständige und jeweils von Mauern umgebende Kommunen an der Havel gegenüber. Beide Städte gehörten bis 1518 der Hanse an und bildeten 1431 einen Städtebund mit Berlin, Cölln (ein Ort an der Spree, der später mit Berlin zusammenwächst) und Frankfurt (Oder). 1521 legt Kurfürst Joachim I. die Rangfolge der Städte in der Mark fest: Brandenburg Alt- und Neustadt vor Berlin, Cölln, Stendal, Prenzlau, Perleberg, Ruppin, Frankfurt (Oder) und Cüstrin.

Montag, 12. Dezember 2011

Paretz im Havelland, wo sich das Schöne mit dem Nützlichen verbindet

Vogelzug über Paretz in der Morgendämmerung
Bei Dauerregen sind wir gestern in sonst unproblematischer fünfstündiger Fahrt angereist. Unseren Standort Paretz lieben wir spontan. Nach der ersten Nacht in Paretz zeigt sich sogar die Sonne. Gänse steigen aus den umliegenden Feuchtgebieten auf und überfliegen den Ort. Der Regen hat jedoch lediglich eine kurze Pause eingelegt. Für den Wechsel zwischen guten und schlechten Zeiten im Ablauf von Geschichte könnte Paretz als Zeuge benannt werden und gleichzeitig als Modell für eine zerrissene Welt stehen, die im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart ihre Zukunft entdeckt.
Angewidert vom höfischen Leben suchen der Preußenkönig Wilhelm III. und seine im Volk äußerst beliebte Frau Luise für ihr Privatleben ein naturnahes Rückzugsgebiet, in dem sie abseits vom politischen Alltag ihren Frieden finden. Sie machen das Dorf Paretz zum lokalen Zentrum ihres privaten Glücks und beziehen die slawischen Einwohner des Dorfes in ihr Glück ein.




Dienstag, 25. Oktober 2011

Besuch bei Kaiser Otto I. in Magdeburg - Australia meets Germany in Ostdeutschland

Grüne Zitadelle, Magdeburg
Unsere Rundreise durch die neuen Bundesländer geht heute zu Ende. Auf der Rückfahrt von Berlin nach Köln bietet sich die Gelegenheit zu einem Abstecher nach Magdeburg, eine Stadt, die wir noch nicht besucht haben.
Als Kaiserpfalz von Otto I. erlangte Magdeburg sehr früh große Bedeutung und war im späten Mittelalter eine der größten deutschen Städte. Im 2. Weltkrieg wurde Magdeburg fast vollständig zerstört. Inzwischen verfügt Magdeburg über eine gut restaurierte sehenswerte Altstadt, die wir uns anschauen möchten. Am Rande der Altstadt treffen wir zunächst auf die 2005 fertiggestellte 'Grüne Zitadelle', deren Gebäude einen ehemaligen Plattenbau ersetzt.





Montag, 24. Oktober 2011

Keltenweisheit und Gigantenkampf im Weltkulturerbe Museumsinsel Berlin - Australia meets Germany in Ostdeutschland

Archäologische Sammlungen der Vor- und Frühgeschichte sind schwere, abschreckende Kost. Besucherzahlen der überwiegend archäologischen Sammlungen der Museumsinsel Berlin beweisen jedoch das Gegenteil. Für kulturinteressierte Menschen ist der Besuch ein absolutes Must-do. Das Museum hält Vergleichen auf Weltniveau mit Louvre, British Museum oder Metropolitan Museum stand.
Unter interessierten Besuchern reihen wir uns gerne ein und reservieren den letzten Tag unserer Rundreise durch die neuen Bundesländer für die Museumsinsel. 5 Museen des Komplexes sind an einem Tag nicht sinnvoll zu bewältigen. Wir beschränken unseren Besuch auf das 'Neue Museum' und das 'Pergamonmuseum'. Andrang von Besuchern aus aller Welt erfordert aktuell Improvisation und provoziert lange Besucherschlangen an Ticketkassen, die wir jedoch ohne Wartezeit passieren. Wir waren schlau und haben Tickets am Vorabend besorgt. Auf das geplante neue Besucherzentrum 'James Simon-Galerie' werden wir noch einige Jahre warten müssen. Vorarbeiten am Untergrund sind jedoch bereits aufgenommen.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Preußens Gloria in Potsdam - Australia meets Germany in Ostdeutschland

Sonnenmotiv am Schloss Sanssouci
Potsdam behauptet von sich, zu den schönsten deutschen Städten zu zählen. Das galt nicht immer, aber inzwischen wieder, sagen wir dazu. Unsere Marathonpremiere 1990 in Berlin hat uns vor 21 Jahren das erste Mal nach Potsdam gelockt. Das reiche Kulturerbe der Stadt hat uns sehr beeindruckt. An den gleichzeitigen Schock des fortgeschrittenen Verfalls des Kulturerbes erinnern wir uns lebhaft. Bereits 1990 wurde die Kulturlandschaft Potsdams zum UNESCO-Welterbe erklärt. Nach langer Restaurierungs- und Bauphase, die viel Kraft und erhebliche Geldmittel kosteten, präsentiert sich Potsdam mittlerweile nahezu in Bestform. Nicht weniger als 12 Schlösser, wunderschöne historische Parkanlagen und mehrere attraktive historische Viertel zählen zu den Trümpfen der Stadt. Die Umgebung des von Eiszeiten geformten Havellands mit seinen verzweigten Flusslandschaften, Seen, Inseln und Feuchtgebieten ist ein weiterer Trumpf, von dem Potsdam profitiert. So verwundert nicht, wenn 15 % der ca. 150.000 Einwohner Potsdams Studenten sind.
Wer interessiert ist, kann sich in einem überschaubaren Raum und je nach Temperament in einem Parforceritt auf einem hoch interessanten Parcour intensiv mit nicht allzu ferner und jüngerer deutscher Geschichte und ihrer Kultur auseinandersetzen. Selbstverständlich sind auch weniger intensive Arten der Rezeption möglich und vermutlich auch üblich. Die Objekte der Erfahrung sind geduldig und schreiben dem Besucher nicht vor, wie er sich ihnen zu nähern hat. Unsere Zeit reicht heute nur für einen Kurzbesuch der Altstadt und einen Spaziergang durch den Schlosspark Sanssouci. Aber bereits im Dezember bieten sich neue Optionen für intensivere Besuche.

Samstag, 22. Oktober 2011

Glanz und Elend deutscher Geschichte auf dem Weg nach Berlin - Australia meets Germany in Ostdeutschland

Eingang zum Häftlingslager im einstigen KZ Sachsenhausen
Leider müssen wir Rügen heute schon wieder verlassen, aber mit Berlin wartet immerhin ein weiteres attraktives Ziel auf uns. Außerdem bestehen bereits Perspektiven für weitere Rügenbesuche im Dezember diesen Jahres und im Februar des kommenden Jahres.
Die Strecke nach Berlin führt über die alte Hansestadt Stralsund, so dass sich ein Besuch anbietet. Kurz vor Berlin befindet sich bei Oranienburg die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen. Diese finstere Kapitel deutscher Geschichte wollen wir auf unserer Rundreise nicht aussparen, aber unseren australischen Freunden auch nicht ungefragt zumuten. Sie sind bereit, einen Blick in diesen Abgrund menschlicher und speziell deutscher Geschichte zu wagen. 




Freitag, 21. Oktober 2011

Mythische Welten im Norden von Rügen - Australia meets Germany in Ostdeutschland

Blick auf den Kreidefelsen 'Königsstuhl' von der 'Viktoriasicht'
Nachdem wir gestern Spuren der keltischen Frühgeschichte im Süden Rügens gesucht haben und einige 'Dolmen' bei Lancken-Granitz finden konnten, sieht unser Programm heute Ziele im nördlichen Teil Rügens vor. Beginnen wollen wir mit der Halbinsel 'Jasmund', auf der seit 1990 ein Nationalpark besteht. Aushängeschild des Nationalparks sind Kreidefelsen an der Steilküste, die am besten vom Wasser zu sehen ist, weshalb täglich zahreiche Ausflugsschiffe von unterschiedlichen Orten Besucher über die Ostsee zur 'Stubenkammer' und dem 'Königsstuhl' bringen.
Für den Nachmittag ist nach einem Schlenker über die Halbinsel 'Wittow' ein Besuch von Rügens kleiner Schwesterinsel 'Ummanz' im 'Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft' vorgesehen. Ummanz ist über eine Brücke erreichbar und lockt mit einer Kranichkolonie, die sich alljährlich im Herbst hier versammelt. Mit bis zu 50.000 Kranichen handelt es sich auf dem Zug der Kraniche zwischen Skandinavien und Südspanien oder Nordafrika um den größten Rastplatz Europas.
Erneut freuen wir uns über schönes Wetter und beginnen den Tag selbstverständlich mit einem Morgenlauf, bei dem wir noch nicht ahnen, wie tief wir heute in die Geschichte Rügens vordringen werden.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Rügens Traumzeit im Biosphärenreservat Südost-Rügen - Australia meets Germany in Ostdeutschland

'Was man weiß, sieht man erst!'
Johann Wolfgang von Goethe, Einführung in die Propyläen, 1798
Heute nehmen wir uns den südöstlichen Teil Rügens zur Erkundung vor, der als 'Biosphärenreservat Südost-Rügen' ausgewiesen ist. Angie und ich laufen am Morgen erst einmal eine Runde. Die Strecke haben wir vorher nicht erkundet. Sie ergibt sich spontan aus der Intuition und erweist sich als landschaftlich großartig. Bella und Richard machen sich derweil um die Vorbereitung unseres Frühstücks verdient, für das wir gestern unsere favorisierten Zutaten eingekauft haben.
Das Wetter ist am Vormittag wieder vom Feinsten. Später ziehen auch Regenschauer durch, was jedoch diesen in jeder Beziehung schönen Tag nicht abwertet, der unsere geplanten wie auch erhofften Erwartungen deutlich übersteigt. 
Link zur Webseite des Biosphaerenreservats Südost-Rügen

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Nach der Eiszeit im Spreewald, in Greifswald, auf Rügen - Australia meets Germany in Ostdeutschland

Hausboote im Yachthafen von Lauterbach bei Putbus
"Und daß dem Netze dieser Spreekanäle 
Nichts von dem Zauber von Venedig fehle, 
Durchfurcht das endlos wirre Flußrevier 
In seinem Boot der Spreewalds-Gondolier."
Theodor Fontane, 'Wanderungen durch die Mark Brandenburg'

Auf dem Weg zum nächsten Standort, Insel Rügen, nutzen wir die Option zu einem Abstecher in die Landschaft des Spreewalds. Ein weiterer Abstecher führt uns in die alte Hansestadt Greifswald, deren Namen die Boddenlandschaft bis zur südlichen Küste von Rügen prägt. Küstenlinie, Landschaft und kulturelle Entwicklung dieses Raums formten gewaltige eiszeitliche geomorphologische Prozesse, die vor noch nicht langer Zeit einsetzten und bis heute andauern. Das Wissen um diese Prozesse erweitert nicht nur unseren Blick, sondern auch das Verständnis für komplexe Zusammenhänge und Entwicklungen.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Von der sächsischen Wiege zur sächsischen Residenz - Australia meets Germany in Ostdeutschland

Motiv an der Burgbrücke
Um Sachsens reiches kulturelles Erbe kennenzulernen bedarf es mehrerer Wochen, wenn nicht gar Monate Zeit. Uns bleibt noch genau ein Tag in dieser Region, weshalb wir uns darauf beschränken, durch die Residenzstädte Meißen und Dresden zu bummeln, die sich im sonnig-warmen Herbstwetter glänzend präsentieren.
Vor dem Frühstück gönnen wir uns wieder einen Morgenlauf an der Oberelbe, der uns in Hochstimmung versetzt. Selbst das GPS, das uns gestern in Stich gelassen hat und die Rückfahrt von Bautzen zu einem kleinen Abenteuer werden ließ, zeigt sich heute wieder willig. Den Umweg über eine Werkstatt können wir uns glücklicherweise ersparen und die kostbare Zeit für unsere Besichtigungen nutzen.










Montag, 17. Oktober 2011

Im tiefen Osten: Elbsandsteingebirge und Oberlausitz - Australia meets Germany in Ostdeutschland

"Nur wo du zu Fuß warst,
bist du auch wirklich gewesen."
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

Kurz nach 7:00 Uhr starten wir zu unserem Morgenlauf an der Oberelbe. Es ist mit ca. 5 Grad noch recht frisch, aber wir dürfen uns auch heute wieder auf großartiges Herbstwetter freuen. Wendepunkt unseres Laufs ist nach knapp 7 km der Markt der sehr hübschen kleinen Ortschaft 'Stadt Wehlen', die uns aufgrund von 3 früheren Aufenthalten bestens bekannt ist. Bella, die nach ihrer Knie-OP nicht mitlaufen konnte, erwartet uns frierend am Hotel 'Elbparadies', um uns zu empfangen und Fotos aufzunehmen.



Sonntag, 16. Oktober 2011

Über Weimar zur sächsischen Schweiz - Australia meets Germany in Ostdeutschland

Bastei (vorne) mit Basteibrücke und Königstein (hinten)
Das erste Hauptziel unserer Rundreise durch die neuen Bundesländer ist die Region Oberelbe, in der 3 Übernachtungen vorgesehen sind. Uns ist bewußt, dass der Zeitraum viel zu kurz ist, um diesen überwältigenden Natur- und Kulturraum kennenzulernen. Wir müssen uns auf einige Eindrücke beschränken und die Herausforderung bewältigen, aus einer unübersehbaren Fülle von Optionen gute Auswahlentscheidungen zu treffen.
Auf etwa halber Strecke und in unmittelbarer Nähe zur Autobahn liegt Weimar, das Zentrum der deutschen Klassik und 1999 Kulturhauptstadt Europas. In Weimar legen wir einen Stopp ein, das ist für uns eine Selbstverständlichkeit.







Australia meets Germany in Ostdeutschland - Übersicht

Viele herausragende Kultur- und Naturschätze waren im Osten Deutschlands bis zur Wiedervereinigung kaum zugänglich. Mit der jüngeren politischen Geschichte hat sich glücklicherweise diese Situation verändert. Der überwiegende Teil der im Osten Deutschlands liegenden Kultur- und Naturschätze zeigte sich jedoch in den ersten Jahren nach der Wende in einem deprimierenden Zustand. Für den Erhalt dieser Schätze ist in den vergangenen 20 Jahren hoher Aufwand mit großem Erfolg betrieben worden, so dass diese beklagenswerten Zustände inzwischen weitgehend der Vergangenheit angehören.
Diese Entwicklung hat sich bis Australien herumgesprochen und im Rahmen des für Oktober 2011 geplanten Deutschlandbesuchs den Wunsch zu einer gemeinsamen Rundreise durch die neuen Bundesländer motiviert. Um nicht nur oberflächliche Eindrücke mitzunehmen, konzentrieren wir unsere Rundreise auf 3 Standorte, an denen jeweils 3 Übernachtungen vorgesehen sind.
Das Wetter können wir leider nicht planen, aber es zeigt sich auf unserer Seite und schenkt uns traumhafte schöne Spätsommertage. Details zu unserer Rundreise berichten die Posts vom 16.-25.10.2011.

Samstag, 15. Oktober 2011

Kohle, Kumpel, Natur und Kultur im Ruhrgebiet - Australia meets Germany in Westdeutschland

Förderturm Schacht XII der Zeche Zollverein
Heute möchten wir unseren australischen Freunden das 'Ruhrgebiet' näher bringen, das von Einheimischen 'Pott' genannt wird. Die Region ist nicht exakt festgelegt. Als 'Ruhrgebiet' ist ein Ballungsraum von Industriestädten an dem Fluß 'Ruhr' umrissen, in dem ca. 5 Millionen Menschen leben.
Es wäre vermessen, an nur einem Tag auch nur einen Überblick über einen derart großen und vielgestaltigen urbanen Raum gewinnen zu wollen. Um unsere begrenzte Zeit effizient zu nutzen, entscheiden wir uns für Ziele im Raum der Stadt Essen und konzentrieren uns auf jeweils ein Beispiel, das uns geeignet erscheint, nicht nur Facetten der Kohleindustrie, der Natur und der Kultur des Ruhrgebiets exemplarisch zu isolieren, sondern Kontexte von Industrielandschaft und Lebensraum zu erkennen. Mit unserer Auswahl sind die Optionen bestenfalls angedeutet. Das Ruhrgebiet hat nämlich noch sehr viel mehr zu bieten! Wer sich auf diesen Lebensraum und seine historische Entwicklung einlässt, darf spannende Erfahrungen erwarten und befreit sich ggf. von Klischees.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Altenberg und Schloß Burg - Australia meets Germany in Westdeutschland

Angie hat heute eine Verabredung, weshalb wir ohne sie mit Richard einen Ausflug in das Bergische Land vor den Toren Kölns unternehmen. Unser erstes Ziel ist Altenberg in der Gemeinde Odenthal.
Urzelle von Altenberg ist eine 1133 von Zisterziensern gegründete Abtei, deren Klosterkirche als 'Altenberger Dom' bezeichnet wird. Ausschweifender Lebensstil und Misswirtschaft von Äbten beschleunigen im 18. Jahrhundert den Niedergang der Abtei, die samt Dom 1803 im Kontext der von Napoleon im Rheinland verfügten Säkularisierung verkauft werden. Der Dom verfällt und wird ausgeplündert. Den Rest besorgt 1815 ein Großbrand.
Bedeutung erlangt Altenberg u.a. als Station des Bergischen Jakobswegs, der seit dem Mittelalter von Wuppertal über Wermelskirchen und Odenthal nach Köln führt.



Montag, 10. Oktober 2011

Burg Eltz, Eifel und Dernau - Australia meets Germany in Westdeutschland

Richard ist mit dem dringenden Wunsch angereist, die Reise nach Deutschland mit einem Besuch der Burg Eltz zu verbinden. Wir wissen zwar, dass Richard eine Schwäche für Castles hat, aber warum es gerade Burg Eltz sein muss, ist nicht abschließend zu klären. Wir vermuten, dass ein in Australien kursierender Deutschland-Reiseführer diesen Besuch empfiehlt, was jedoch auf die Frage nach der Auswahl dieses Ziels keine bessere Antwort wäre. Wie auch immer, bei traumhaft schönem Herbstwetter begeben wir uns mit Richard auf den Weg in die Eifel, während Angie eine alte Freundin besucht.
Die Burg liegt zwar ein wenig versteckt in einer Schleife des Elzbaches, was aber dank GPS kein Problem bereitet. Das Auto müssen wir ca. 1,5 km vor der Burg abstellen, natürlich gegen Gebühr. Ein kostenpflichtiger Pendelbus befördert jene Personen, die die restliche Wegstrecke nicht zu Fuß gehen wollen oder können. 


Sonntag, 9. Oktober 2011

Australia meets Germany in Westdeutschland - Übersicht


Ehe wir zu unserer Rundreise durch die neuen Bundesländer starten, unternehmen wir vom Standort Köln einige gemeinsame Trips in die nähere Umgebung. Details zu diesen Trips enthalten die Posts vom 10.10.2011 und vom 15.10.2011.



Donnerstag, 6. Oktober 2011

Schottland 2011 - Edinburgh reloaded

Blick vom Edinburgh Castle auf Princess Gardens, National Gallery, Waverley Station, Scottish Government und Calton Hill
Lower Fall des River Braan in der Hermitage
Unser Morningjog bietet die Gelegenheit, noch einmal mit Angie zu den Lower Falls und der Ossian Hall in der Hermitage zu laufen.
Nach dem Frühstück steht Edinburgh auf dem Programm. Die Fahrt nach Edinburgh haben wir bewusst für heute geplant, weil Regenschauer angekündigt sind, denen wir in einer Großstadt besser ausweichen können als in der Natur. Die Regenschauer stellen sich tatsächlich ein, aber zwischen den Schauern kommt auch immer wieder die Sonne hervor. Dem Regen verdanken wir heute eine besonders klare Sicht und die Sonne schenkt uns dazu intensive Farben.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Schottland 2011 - Wanderungen und Spaziergänge im Perthshire

Frühstück im Dunkeld House
Tay Banks am Dunkeld House
Auch heute starten wir in den Tag mit einem Morgenlauf, der uns noch einmal nach Birnam zum Oak Tree Walk am River Tay bzw. den Big Trees mit der Birnam Oak bringt. Nach dem Lauf gewinnt das Frühstück an zusätzlicher Qualität.
Den Vormittag gestalten wir heute mit unterschiedlichen Programmen. Während die Nicht-Wanderer das Blair Castle des Duke of Atholl besuchen, gehen die Wanderer auf den Ben Vrackie, ein Corbet, der als Hausberg von Pitlochry gilt. Gegen 14:00 Uhr wollen wir uns für ein Lunch im Moulin Pub treffen. Webseite Blair Castle
                                                                                 Tourenbericht der Wanderung auf den Ben Vrackie 

Dienstag, 4. Oktober 2011

Schottland 2011 - Alte Bäume und urige Landschaften


Start ist um 6:45 Uhr am Hilton Dunkeld Hotel, um Angie um 7:00 Uhr am Atholl Arms Hotel zum Morningjog abzuholen. Angie erwartet mich bereits und gemeinsam laufen wir nun zunächst durch die Parklandschaft beim Dunkeld House und weiter über wunderschöne gelegene Trails am River Tay. Die Landschaft zeigt sich in magischem Licht. Das frühe Aufstehen ist nicht ganz leicht gefallen, belohnt uns aber jetzt mit Glücksgefühlen. Vermeintlich endlos könnten wir jetzt laufen. Es fällt uns schwer umzukehren, aber wir beugen uns schließlich der gestern vereinbarten Planung eines Trips nach Westen, auf dem wir Angie und Richard Eindrücke von den schottischen Highlands vermitteln wollen.






Montag, 3. Oktober 2011

Schottland 2011 - Ankunft in Dunkeld

Bereits im Januar sind wir auf ein interessantes Angebot gestoßen und haben unsere Unterkunft kurz entschlossen gebucht. Die Entscheidung war ausgesprochen glücklich, stellen wir sogleich bei unserer Ankunft fest.
Das Hotel liegt etwas außerhalb der Ortschaft Dunkeld in einer ausgedehnten Parklandschaft am River Tay. Der Komplex basiert auf einem Sommerhaus, das George Murray, 6th Duke of Atholl, Ende des 19. Jahrhunderts errichten ließ. Die aus privilegiertem Kreis stammende englische Schriftstellerin Beatrix Potter soll hier etliche Sommer schreibend verbracht haben. Nun sind wir immerhin so privilegiert, einige Tage an diesem zauberhaften Ort mit seiner äußerst attraktiven Umgebung verbringen zu dürfen. Es soll nicht unser letzter Besuch bleiben, schwören wir uns.



Samstag, 1. Oktober 2011

Schottland 2011 - Loch Ness Cruise und Pasta Party am Tag vor dem Marathon

2006 haben wir bereits am Loch Ness Marathon teilgenommen und erinnern uns nicht nur an ergiebigen schottischen Regen, sondern auch an starke Kniebeschwerden, die eine lange Wanderung erzwungen haben, der wir unsere bisher schwächste Endzeit von 5:26 Std. verdanken. Trotzdem überwiegen die schönen Erinnerungen, so dass wir erneut für diesen Marathon gemeldet sind und Elisabeth für die Teilnahme motivieren konnten.
Der angekündigte Regen hat sich pünktlich eingestellt und macht Außenaktivitäten unattraktiv. Für den Vormittag haben wir eine Schiffsstour über den Caledonian Canal zum Loch Ness gebucht. Im Schiff sitzen wir zumindest trocken und können einen Teil der Laufstrecke vom Wasser aus besichtigen. Der Nachmittag ist für Registrierung und Pasta Party reserviert.


Freitag, 30. September 2011

Schottland 2011 - Rundfahrt über das Wester Ross

Urquhart Castle am Loch Ness
Zwei Tage vor dem Marathon wollen wir uns schonen und unternehmen per Auto eine Rundfahrt über das Wester Ross, um Elisabeth "the beauty of scotland" näher zu bringen. Leider ist für heute im Westen Regen angekündigt, der sich auch tatsächlich einstellen wird, aber für schottische Verhältnisse harmlos bleibt.
Ehe wir zu unserem Trip aufbrechen, laufen wir morgens eine kleine Runde am River Ness und machen uns bereits mit der Infrastruktur im Zielraum des Marathons vertraut.






Mittwoch, 28. September 2011

Schottland 2011 - Ankunft Elisabeth

Glen Garry an der A9 zwischen Pitlochry und Inverness
Auf der Fahrt nach Inverness zeigen sich die Highlands heute im Sonnenlicht. Vom Loch Lomond fahren wir jedoch nicht auf direktem Weg nach Inverness, sondern nehmen den Weg über Edinburgh, um am Flughafen Elisabeth abzuholen, die für einige Tage anreist, um am Marathonlauf teilzunehmen. Auf der Strecke müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die kürzeste Route über die A811 nach Edinburgh gesperrt ist, was einen Umweg über Glasgow erzwingt. Unser großzügiges Zeitpolster ist jedoch ausreichend, um einige Minuten vor der Ankunft des Flugzeuges in der Ankunfthalle zu sein. Das Flugzeug trifft sogar ein wenig vor der planmäßigen Zeit ein. Nach kurzer Wartezeit tritt Elisabeth mit suchendem Blick in die Ankunftshalle. Ja, hier sind wir! Willkommen in Schottland! Begrüßung, Küßchen, es geht los.



Dienstag, 27. September 2011

Schottland 2011 - Rundfahrt vom Loch Lomond nach Westen am Regentag

Nachdem der Regen in der Nacht wie angekündigt eingetroffen ist, beginnt der Morgen erst einmal mit einer Regenpause und einem schüchternen Sonnenaufgang. Die Motivation für einen Morgenlauf vor dem Frühstück sinkt schon bald nach dem Start um 7:15 Uhr. Es setzt nämlich wieder stärkerer Regen ein. Ein Lauf von 40 Minuten reicht für heute und motiviert für das Frühstück.









Montag, 26. September 2011

Schottland 2011 - Loch Lomond und Umgebung

Loch Lomond mit Lodge
Bei unseren wiederholten Reisen nach Schottland steuern wir jeweils mindestens ein für uns neues Ziel an. In diesem Jahr ist der Loch Lomond, an dessen Weistseite wir für zwei Übernachtungen in einer Lodge in der Nähe der hübschen kleinen Ortschaft Luss reserviert haben.
Das gute Wetter endet leider vorübergehend am Tag unserer Anreise. Darauf sind wir in Schottland gefasst und lassen uns darum von dem ständigen Wetterwechsel nicht beeindrucken.




Sonntag, 25. September 2011

Schottland 2011 - Streifzug durch Museen in Edinburgh

National Gallery aus Sicht "The Mound"
Der Besuch öffentlicher Museen ist in Großbritannien ein sehr günstiges Vergnügen. Ein Eintrittspreis wird nämlich nur für Sonderausstellungen erhoben. Ansonsten ist der Besuch kostenlos.
In Anbetracht unserer eingeschränkten Mobilität  konzentrieren wir uns auf Museen, die wir zu Fuß erreichen können. Das sind die National Gallery of Scotland und das National Museum of Scotland.








Samstag, 24. September 2011

Schottland 2011 - Rundgang durch Edinburghs Old Town


Der Festival-Monat endet traditionell mit dem Edinburgh Military Tattoo, das mit einem großen Feuerwerk ausklingt. Inzwischen wird auf dem Vorplatz der Burg die riesige Zuschauertribüne des Military Tattoo demontiert. Die Stimmung des großen sommerlichen Kulturfestivals haben wir vor einigen Jahren erlebt und stellen heute fest, dass diese Stimmung an schönen spätsommerlichen Tagen keineswegs mit dem Festival endet. Sommertage scheinen in Edinburgh für "Festivalstimmung" zu sorgen. Viele gut gestimmte Menschen bevölkern die prächtigen Straßen und Plätze dieser beeindruckenden Stadt.

Freitag, 23. September 2011

Schottland 2011 - Übersicht unserer Rundreise im Herbst 2011

Nach zweijähriger Unterbechung zieht es uns wieder mächtig nach Schottland. Unsere Reise wollten wir mit dem Loch Ness Marathon verbinden, aber der Körper gefällt sich als Spaßbremse, so dass wir einen bekannten Aphorismus  Karl Valentins (aus "Der Anwärter") zitieren können: “Mögen hätten wir schon gewollt, aber dürfen haben wir nicht gekonnt" (Orig.: ... uns nicht getraut”.

Wir sind fest entschlossen, das Beste aus der Situation zu machen und die Reise auf unseren Stationen zu genießen.
24.09.-26.09. City of Edinburgh, 2 Übernachtungen
26.09.-28.09. Loch Lomond, 2 Übernachtungen
28.09.-03.10. Inverness, 5 Übernachtungen
03.10.-07.10. Dunkeld, 4 Übernachtungen

Vom Loch Lomond reisen wir am 28.09. via Edinburgh nach Inverness, um Elisabeth für das Marathonwochenende vom Flughafen abzuholen. Ob sie den Marathon laufen kann, ist nach einem unglücklichen Sturz unsicher. Am 03.10. reist Elisabeth ab und unsere australischen Freunde, Antje und Richard, treffen in Schottland ein. Nach 4 Tagen in Dunkeld reisen wir gemeinsam nach Deutschland, um im Oktober eine schöne Zeit miteinander zu haben. In Australien wohnen Antje und Richard in NT, also im tropischen Teil des Australiens. Das Klima in Deutschland ist für sie eher arktisch. Nach dem Aufenthalt in Schottland werden sie vielleicht das Wetter in Deuschland lieben. 

Freitag, 2. September 2011

Südtirol 2011 - Das Beste zuletzt: Über die Vermoispitze zum Kuppelrain

Vermoispitze, Kastelbeller Weinberge aus Sicht Marinushof
Den letzten Aufenthaltstag haben wir für die Gipfelbesteigung der Vermoispitze, 2.929 m, reserviert. Die Tour auf diesen großartigen Aussichtsberg ist technisch nicht besonders schwierig und auf der kürzeren Route auch nicht allzu lang. Immerhin sind selbst bei Nutzung der Seilbahn von Latsch nach St. Martin im Kofel jeweils ca. 1.200 m Höhenmeter im Aufstieg und im Abstieg zu bewältigen, was selbst bei so traumhaftem Wetter wie heute nur mit solider Kondition Freude macht.
Link: Bericht und Videos der Gipfeltour auf die Vermoispitze
Für den Abschiedsabend ist das Restaurant Kuppelrain in Kastelbell eine angemessene Adresse. Gastronomisch ist dieses Restaurant die Nr. 1 im Vinschgau. Wir sind uns sicher, dass Jörg Trafoier (Januar 2010 vom "Der Feinschmecker" als "Koch des Monats" gekürt) und seine Frau Sonya Egger uns gastronomisch verwöhnen werden.
Link zur Webseite des Kuppelrains


Südtirol 2011 - Übersicht unserer Gipfeltouren

Auf dem Gipfel der Vorderen Rotspitz, 3.033 m, im hinteren Martelltal
Über Gippfeltouren berichten wir im Blog 'gipfelglueck'. Die Aufstellung aller Posts über südtiroler Gipfeltouren im Sommer 2011 zeigt einen Überblick und ermöglicht durch Verlinkungen das Navigieren zwischen Posts unterschiedlicher Themenfelder des Kontextes 'Südtirol 2011'.

Donnerstag, 1. September 2011

Südtirol 2011 - Übersicht der Wandertouren

Doppelter Regenbogen am Marinushof im mittleren Vinschgau bei Kastelbell
Über Wandertouren berichten wir im Blog 'wanderglueck'. Die Aufstellung aller Posts über südtiroler Wandertouren im Sommer 2011 zeigt einen Überblick herzustellen und ermöglicht durch Verlinkungen das Navigieren zwischen Posts unterschiedlicher Themenfelder des Kontextes 'Südtirol 2011'.

Südtirol 2011 - 'Kunst' in Prad




Ursprünglich wollten wir aus dem Suldental zur Payerhütte aufsteigen. Für uns ist das eine der schönsten Touren im Vinschgau, mit der wir viele wertvolle Erinnerungen verbinden. Die dicke Wolkenschicht über dem Vinschgau hält uns nicht von der Fahrt nach Sulden ab, denn das regionale Wetter kann dort viel freundlicher ausfallen. Unsere Hoffnung erfüllt sich heute nicht, weshalb wir in Sulden gleich wieder umkehren, um andere Ziele in Talnähe anzusteuern. Auf dem Weg aus Richtung Gomagoi nach Prad passieren sie seit vielen Jahren eine ständig wachsende Zahl künstlerisch bearbeiteter skurriler Objekte, die wir uns heute etwas näher anschauen wollen.
 

Mittwoch, 31. August 2011

Südtirol 2011 - Weinverkostung auf dem Marinushof

Vor einer Woche hatten wir Gelegenheit zu einer beeindruckenden Verkostung der Weine und Brände des Marinushofs in Kastelbell-Marein. Link zum Post vom 23.08.2011
Für heute haben wir mit Heiner Pohl, engagierter, prämierter und äußerst sympathischer Obst- und Weinbauer des Marinushofs, eine Weinverkostung abgesprochen, die 'Sauvignon Blanc' zum Thema macht. Südtiroler Winzer erzeugen von dieser Rebsorte nur kleine Mengen, aber keineswegs kleine Weine. Sauvignon Blancs der Region Südtitol haben wir in Vorjahren in außerordentlich hoher Qualität kennengelernt, ohne dass Weine mit vordergründigen oder spektakulären Effekten zu blenden versuchten. Auf die aktuelle Entwicklung sind wir gespannt. An der Verkostung nehmen Kölner Freunde und die Gäste der Nachbarferienwohnung teil.